Pheromone und Dating

Es war schon in der Steinzeit so, und es hat sich bis heute nicht geändert: Menschen träumen praktisch von Natur aus davon, unwiderstehlich zu sein und beim anderen Geschlecht gut anzukommen. Dies liegt schlicht und einfach darin begründet, dass jeder Mensch auf der Suche nach einem Geschlechtspartner ist. Und zwar vor dem Hintergrund der Fortpflanzung. Ziel ist es eben seit jeher, die eigene Art zu erhalten. So harsch und unromantisch dies auch anmuten mag, so sehr ist es doch absolute Realität. Aber dennoch: Selbst wenn es dem Menschen von Natur aus in die Wiege gelegt worden ist, dass er sich doch bitteschön rege fortpflanzen möge, so hat es Mutter Natur mit einigen Spezies – zumindest dem ersten Anschein nach – nicht sonderlich gut gemeint. Warum?

 

Alpha-Männchen

Nun, da gibt es einerseits Menschen, die versammeln – egal, wo sie gehen und stehen bei jeder sich bietenden Gelegenheit – eine Menschentraube um sich herum. Sie werden von ihnen angehimmelt und man bietet sich ihnen als Geschlechtspartner geradezu an. Auf der anderen Seite gibt es da die Leute, die fast grundsätzlich „übersehen“ bzw. von niemandem richtig wahrgenommen. Sie haben es, beispielsweise auf Partys, in Clubs oder Diskotheken besonders schwer, jemandem zu treffen, der sie buchstäblich „gut riechen kann“ und der/die bereit ist, sich mit ihnen zu „paaren“.

Dieses Phänomen muss aber keineswegs bedeuten, dass erstgenannter Personenkreis besonders attraktiv und letzterer eher unansehnlich wäre. Ganz im Gegenteil. Einige Menschen haben nun einmal eine besondere Anziehungskraft auf andere. Bei anderen Männern und Frauen hingegen ist dieser Kelch offensichtlich vorüber gegangen. Aber es gibt Hoffnung! Was bis vor gar nicht allzu langer Zeit noch ein gut gehütetes Geheimnis war, ist mittlerweile weltweit bekannt – und sogar wissenschaftlich belegt: Pheromone spielen mit Blick auf die Anziehungskraft eines Menschen eine zentrale Rolle. Erotische Düfte und Parfüms auf Basis von Pheromonen helfen auch schüchternen Menschen, schnell einen Partner zu finden.

Ein Paukenschlag in der Wissenschaft! Was aber sind Pheromoneüberhaupt, und was hat es damit auf sich? Fragen über Fragen. Und hier gibt es die Antworten:

Pheromone…..

…..und ihre fulminante Bedeutung bei der Partnergewinnung

Der Begriff Pheromon stammt aus dem griechischen Sprachgebrauch und bedeutet frei übersetzt: „Träger von Erregung„.
In der Tierwelt, da sind sich Experten einig, gibt es nicht so etwas wie Liebe oder Romantik. Vielmehr stehen mit Blick auf die Fortpflanzung einzig und allein die „animalischen Triebe“ im Fokus. Wer aber glaubt, in der Welt der Menschen sei dies vollkommen anders, der hat die Evolution noch nicht vollends verstanden. Wie auch? Denn diese Thematik ist ausgesprochen facettenreich und vielschichtig. Nicht einmal Forscher wissen zu 100 Prozent, was es mit diesem Bereich auf sich hat. Fakt ist aber sehr wohl, dass in jedem Menschen ein „triebgesteuertes Geschöpf“ existiert, das höchst empfänglich für Pheromone ist. Nicht anders ist es auch im Tierreich. Pheromone sind im Grunde nichts anderes als Sexuallockstoffe, die in Mensch und Tier gleichermaßen das Gefühl der Lust wecken. Wir Menschen können die Pheromone zwar nicht riechen, aber wir nehmen sie unterbewusst wahr. Jeder Mensch signalisiert mit eigenen Pheromonen seine Paarungsbereitschaft. Die Person, die diese Signale empfängt bzw. zu empfangen bereit ist, reagiert mitunter überaus heftig auf die erotischen Lockstoffe. Dabei ist es auch nicht einmal ausgeschlossen, dass damit ein echter Hormonrausch einhergeht.

Die Wirkungsweise der Pheromone

Der geschichtliche Ursprung der sexuellen Lockstoffe hat schon nur äußerst wenig mit Romantik zu tun. Genauso verhält es sich, wenn es um die Wirkung der Pheromone geht. So werden diese nämlich von den Schweißdrüsen abgesondert. Sie sind vor allem in den Achselhöhlen in hoher Konzentration zu finden. Und – wie sollte es anders sein – in der Intimzone. Beim weiblichen Geschlecht spricht man von den Kopulinen, die übrigens im Scheidensekret produziert werden. Wenn es um die männlichen Sexualhormone geht, ist vom Androstenon die Rede. Dieser Stoff wird unter den Armen produziert. Egal, ob weibliche oder männliche Hormone: Sie sind weder sichtbar, noch kann man sie riechen. Trotzdem werden sie über die Schleimhäute der Nase aufgenommen und auf direktem Weg an das so genannte Limbische System übermittelt.

Was hat es mit dem Limbischen System auf sich?

Das Limbische System befindet sich im Stammhirn und ist in erster Linie für die Steuerung menschlicher Instinkte „zuständig“. So werden hier zum Beispiel Emotionen, Hunger- oder Durstgefühle, Müdigkeit und Kreativität gesteuert. Darüber hinaus hat es auch einen entscheidenden Einfluss auf das „Bauchgefühl“ bzw. die Intuition. In der Konsequenz verwundert es nicht, dass auch die Herz- und Atemfunktion sowie die Wärmeregulierung des Körpers in direktem Zusammenhang damit stehen. In Anbetracht dessen erscheint es naheliegend, dass die Sexuallockstoffe, die ja direkt ins Limbische System geleitet werden, plötzlich zu heftigem Herzschlag oder gar zu einer Erhöhung der Atemtätigkeit führen, wenn plötzlich eine attraktive Person den Weg kreuzt…

Um einen paarungsbereiten Mann anzulocken, sondert das weibliche Geschlecht während des Eisprungs einen einzigartigen Körpergeruch ab. Genauso gehen die Herren der Schöpfung „zu Werke“: Sie verströmen ihre Sexuallockstoffe durch ihren Schweiß. Egal, ob männliche oder weibliche Pheromone – beide Varianten werden über das so genannte Vomeronasale Organ, welches sich in der Nasenscheidewand befindet, aufgenommen. Welche chemischen Prozesse in diesem VNO-Areal sonst noch so vonstatten gehen, ist noch nicht vollständig geklärt.

 

Wenn Männer Männer riechen…

Grundsätzlich ist die Wirkungsweise von Pheromonen ausgesprochen vielversprechend. Können Frauen aber auch die von anderen Frauen ausströmenden Pheromone wahrnehmen? Und riechen Männer die Sexuallockstoffe, die von ihren Geschlechtsgenossen ausgehen? Oh ja! In der Tat! Und dies kann durchaus auch mal zu heftigen negativen Emotionen führen. Sobald nämlich ein Mensch buchstäblich „Konkurrenz riecht“, reagiert er abweisend, wütend oder mitunter gar aggressiv. Auch in diesem Zusammenhang unterscheidet sich der Mensch folglich nicht allzu sehr von der tierischen Art
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Eine Entschuldigung fürs Fremdgehen sind Pheromone wahrlich nicht. Wenn der Partner oder die Partnerin tatsächlich einmal schwach geworden ist, dann sollte sie tunlichst nicht einfach „die Macht der Pheromone“ als Rechtfertigung verwenden. Denn Menschen sind nun einmal keine Tiere. Selbst wenn gewisse Sexuallockstoffe dann und wann gewisse Gelüste wecken, dann ist die menschliche Wahrnehmung diesbezüglich immer noch erheblich geringer, als es in der Tierwelt der Fall ist. Im Klartext heißt das: Jeder Mensch entscheidet selbst, wie weit er gehen will!

Androstenon und Kopuline sind die wohl bekanntesten Pheromone. Aber auch Gonadotropin weckt Begierden und trägt dazu bei, dass einem Menschen ein anderer selbst in einer riesigen Menschenmenge ins Auge fällt. Es wirkt buchstäblich wie eine „Leuchtrakete“ und signalisiert dem anderen: „Hier bin ich!“ Um aber tatsächlich wahre Gelüste zu wecken oder zumindest die Aufmerksamkeit des Gegenübers aufrechtzuerhalten, bedarf es das Zusammenspiels vieler weiterer Hormone. Übrigens senden Frauen an ihren fruchtbaren Tagen besonders viele Pheromone ab – und wirken daher ganz besonders attraktiv auf das andere Geschlecht.

 

Es gibt einen Haken

Dass es Parfums gibt, die mit Pheromonen angereichert sind, ist nicht neu. Interessant bei den verführerischen Duftkreationen dieser Art ist vor allem ihre Zusammensetzung. Allerdings sollten die Verwender auch eines beachten: Wer sich mit einem Pheromon-Parfum einsprüht, in der Hoffnung, bei der Party am Abend die eigenen Flirtchancen zu verbessern, der sollte sich schon auch ein bisschen „Mühe“ geben. Miesepetrigkeit, Zickigkeit, schlechte Laune oder Arroganz kommen niemals wirklich gut an. Selbst dann nicht, wenn zuvor eine Extra-Dosis Pheromone genutzt wurde. Freundlichkeit, Höflichkeit und Charme sind – ob mit oder ohne Pheromone – häufig die wahren Türöffner zu den Herzen des anderen Geschlechts!

Die einen sondern mehr Pheromone ab, als andere. Sicherlich mag dies auf den ersten Blick unfair anmuten. Aber andererseits sollte auch Folgendes nicht vergessen werden: Waschmittel, Parfums, Bodylotions und andere Pflegepräparate übertönen meist die Wirkung der körpereigenen Sexuallockstoffe. Sicherlich ist es angesichts dessen durchaus naheliegend, hier ein wenig nachzuhelfen und schnell zum Pheromon-Parfum zu greifen. Andererseits erweist es sich aber auch als äußerst hilfreich, besagte Beautyutensilien wegzulassen oder zumindest ihre Dosis zu reduzieren. Dann hätten auch die körpereigenen Pheromone wieder eine echte Chance, zur Geltung zu kommen und ihre verführerische Wirkung zu entfalten. Bei den Männern und Frauen hingegen, die generell eine eher geringe Dosis an Pheromonen aussenden, ist es jedoch überaus hilfreich, Parfums zu benutzen, denen Pheromone in adäquater Dosis beigemengt worden sind.

 

Fazit

Pheromone wirken in der Tat. Mal mehr, mal weniger. Es lohnt sich daher unbedingt, Pheromone in den neuen Parfumkreationen einfach mal auszuprobieren und dabei den eigenen „Marktwert“ zu testen. Das macht Spaß – und stärkt das Selbstwertgefühl!